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    <title>Rudolf Steiner Sphäre - Diskurs</title>
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    <description>Das unabhängige Weblog über Rudolf Steiner</description>
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    <pubDate>Thu, 21 Aug 2008 19:23:18 GMT</pubDate>

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        <title>RSS: Rudolf Steiner Sphäre - Diskurs - Das unabhängige Weblog über Rudolf Steiner</title>
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    <title>Die neue Waldorfschule</title>
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            <category>Waldorf, Weleda &amp; Co.</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    &lt;em&gt;„Denn nichts haben wir in der Sache, um die es geht, dringender nötig als Phantasie“&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sache, um die es in dem  neuen Buch von Rüdiger Iwan geht, ist jene seit fast 90 Jahren erfolgreiche Schulform, die sich „Phantasie“ quasi als Markenzeichen reserviert hat: die Waldorfschule. Die Diagnose „Phantasiemangel“ ist wahrscheinlich das fundamentalste und radikalste Urteil, dem sich die Waldorfschule ausgesetzt sehen kann. Aber hier wütet keineswegs ein außenstehender Kritiker, der Waldorf ausrotten will, hier schreibt ein engagierter Waldorflehrer und die drastische Schärfe seiner Diagnose resultiert nicht aus ablehnender Distanz sondern aus verantwortungsvoller Liebe zum Gegenstand: zur pädagogischen Ursprungsidee der Waldorfschule!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rüdiger Iwan formuliert in seinem Buch „Die neue Waldorfschule“ in sachlich und fachlich fundierter Kritik all jene Enttäuschungen und Vorbehalte gegen die Entwicklung bzw. Nicht-Entwicklung der Waldorfschulen, die in mir als ein Gebräu aus unreflektierter Schülererfahrung, dumpfen Ahnungen, philosophisch abstrakten Überlegungen und zersplitterten Einblicken und Informationen seit langem rumoren. Ich möchte dieses Buch und seinen Autor dafür umarmen! Es ist eine Wohltat, seinen sachlichen Darstellungen, seinen zielsicheren Analysen und seinen Ideenreichen Konzepten zu folgen. Ein Buch, das Mut macht, das auf Zukunft hoffen lässt, das Anthroposophie als Gegenwart erleben lässt, das mir Zuversicht gibt, nicht allein zu sein mit dem Drang, nicht nur Formen von Schule sondern Schule als Form in Frage zu stellen und nach modernen Konzepten zu suchen, die Strukturen ändern und nicht nur Etiketten, die neue Lebenswelten schaffen und nicht nur bildungsbürgerliche Schutznischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn die Kritik richtet sich nicht an die Idee der Waldorfschule, sondern an die konkrete Form, in der diese Idee zur eigenen Karrikatur erstarrt ist. Iwan geißelt das unreflektierte Tradieren von starren Formen, das hilflose sich Ausliefern unter den scheinbaren Druck staatlicher Vorgaben (Dauermenetekel „Abitur“) und den Dilettantismus und die Ignoranz bei der Reflexion von Strukturen, Prozessen und Methoden sowohl im pädagogischen, didaktischen als auch im administrativen Bereich. Dabei muss er nur selten moderne wissenschaftliche Erkenntnisse oder revolutionäre Ideale als Maßstab heranziehen, es genügt meist der Vergleich mit den Ausführungen und Anregungen Rudolf Steiners, mit denen dieser seine Ideen dem Gründungskollegium zu vermitteln versuchte – offenbar schon damals ohne großen Erfolg – um zu zeigen, wo die real existierende Waldorfpädagogik feststeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anhand von exemplarischen Kochlöffeln – eine anekdotische Metapher für die unreflektierte Pflege von inhaltsentleerten Formen – zeigt Rüdiger Iwan ganz konkret, wie die revolutionären Ideen Steiners in den Waldorfschulen den angestammten Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten einer preußisch-behördlichen Schul- und Lehrermentalität und der Ideenlosigkeit eines sich selbst reproduzierenden Erfolgsmodelles zum Opfer fallen: Monatsfeier als institutionalisierte Langeweile, Verbalbeurteilung als subjektivierte Buchstabenzensur, Hausaufgaben als Vernichtung von Qualitätsansprüchen, Epochenunterricht als Scheinalternative zum Stundenplan. Er entzaubert den Nimbus dieser Parade-Waldorf-Institutionen, indem er zeigt, dass sie nur als leblose Blaupausen einer einst lebendigen und auf Entwicklung angelegten Idee fortbestehen und dass sie teilweise geradezu kontraproduktiv das am Schüler orientierte Waldorf-Ideal negieren. Er entwickelt und beschreibt aber auch Alternativen und Lösungsmodelle, die oft überraschend kreativ die scheinbar festgefahrenen Kontroversen und Antinomien transzendieren. Und er tut dies nicht als theoretischer Utopist, sondern als Pädagoge in der konkreten Praxis der Schulwirklichkeit oder anhand von realen Modellprojekten, die weit ab von der Waldorfwirklichkeit pädagogische Zukunft erfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so doziert Iwan im zweiten, „positiven“ Teil seines Buches keineswegs über methodische Theorien, er erörtert keine didaktischen Konzepte und er analysiert weder Feldstudien noch Statistiken. Er erzählt, was bereits an einzelnen Schulen, in einzelnen Projekten, in seiner eigenen Klasse und bei einzelnen Kollegen gemacht wird. Vom Portfolio, von bewegten Klassenzimmern, von Projektunterricht, von Schülern, die in der Pause freiwillig über den Unterrichtsinhalt diskutieren, von Lehrern, die ihre Rolle als Dozent gegen die des methodischen Beraters eintauschen. Von Drittklässlern die ihren Mitschülern aus der Zweiten die selbstgebauten Häuser „verkaufen“, von Arbeitgebern und Ausbildern, die gerne auf abstrakte Zensuren verzichten und ganz wild auf konkrete Leistungsvorlagen sind, von Personalchefs großer Unternehmen, die eine erweiterte Monatsfeier nutzen, um mit möglichen Azubis über deren Arbeitsproben zu sprechen. Die Berichte sind so lebendig und die neuen Methoden – deren Vielfalt hier nicht einmal ansatzweise mitgeteilt werden kann – leuchten dem Leser so unmittelbar ein, dass die erläuternden Worte des Autors im Grund überflüssig sind. Iwan breitet weniger systematisch als exemplarisch eine Collage aus Anregungen und Ideen für „Lernen in Freiheit“ und „Lernen aus dem Leben“ aus, die nur zu lesen auch für einen ehemaligen Waldorfschüler eine wahre Erlösung sind! Ihre lebenspraktische Wahrheit ist unmittelbar sichtbar wie die ästhetische Unanzweifelbarkeit eines Gemäldes von Marc Chagall oder einer Symphonie von Beethoven. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn im Grunde sind es – und das ist das vernichtendste Urteil für den status quo der Waldorf- und sonstigen Schulen – denn im Grunde sind es Binsenweisheiten, auf denen die Methoden beruhen: Selbstverantwortung, Eigenkontrolle, Veranschaulichung, Feedback, Reflexion, Phantasie, Teamarbeit, Gegenseitiges lehren und lernen, Realitätsbezug, Positive Verstärkung, Motivation und so weiter und so weiter. Es braucht nur Phantasie und pädagogische Fertigkeit, sie in Lernmodelle zu konkretisieren und Mut, sie gegen die eigenen und die gesellschaftlichen Gewohnheiten und Vorurteile auf allen Ebenen durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Loblied mag subjektiv sein wie es will und die „neue Waldorfschule“, die Iwan als Leitbild und Zukunftsziel entwirft, mag als Konzept im Detail überzeugen oder nicht – der Gewissensfrage, die er mit der Analyse der Defizite und dem Aufzeigen realer Möglichkeiten zu einem radikalen Methodenwandel stellt, kann sich niemand mehr entziehen. Und seine Aufarbeitung des status quo und der Geschichte der Waldorfschule ist ein Meilenstein inneranthroposophischer Reflexion und Kritik und in ihrer Sachlichkeit und Präzision in diesem Bereich einzigartig. Denn die Waldorfschule steht, wie Iwan präzise diagnostiziert, an dem Scheideweg, ob sie von der alternativen Schulform, die sie (noch) ist, zu dem werden will, was sie ursprünglich sein wollte: eine Alternative zur Schule! oder ob sie auch den letzten Rest an Originalität der Anbiederung an Sachzwänge und Phantasielosigkeit opfern und zur privaten Regelschule verkommen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Buch stellt damit die alles entscheidende Frage, ob „Waldorf“ nur noch eine sich an ihrer Umgebung abschleifende, historisch irgendwie entstandene und tradierte Form ist, oder ob die originäre Idee, in der diese Institution als Alternative zur Schule ihren Ursprung hat, noch lebt und in Gegenwart und Zukunft entwicklungsfähig ist. Und so wird an diesem Buch langfristig keiner vorbei kommen, der sich ernsthaft mit dem Thema Waldorf auseinandersetzen will. „Die neue Waldorfschule“ von Rüdiger Iwan ist Pflichtlektüre für Waldorfeltern ebenso wie für jeden einzelnen Waldorflehrer. Wie diese für sich selbst die Fragen beantworten, die das Buch stellt, entscheidet über die Zukunft der Waldorfschulen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rüdiger Iwan: Die neue Waldorfschule. Ein Erfolgsmodell wird renoviert&lt;br /&gt;
Rowohlt Verlag, Hamburg 2007&lt;br /&gt;
ISBN 9783498032289&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 21 Aug 2008 21:23:18 +0200</pubDate>
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    <title>Rassismus in Steiners Werk</title>
    <link>http://www.rudolf-steiner.de/s9y/index.php?/archives/41-Rassismus-in-Steiners-Werk.html</link>
            <category>Kritik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;&lt;em&gt;Eine anthroposophische Stellungnahme und Erörterung&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Büchern und Vorträgen von Rudolf Steiner, die mit ca. 89.000 veröffentlichten Seiten einen nahezu einzigartigen Umfang haben, finden sich an einigen Stellen rassistische und antisemitische Aussagen. Dies ist für den Freund und Kenner von Steiners Werk eine schmerzliche aber unumgängliche Erkenntnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schmerzlich ist sie, weil sich in Steiners Werk eine Fülle an Gedanken und Ideen findet, die auf Freiheit, Mitmenschlichkeit und Individualismus zielen und zu einer spirituellen Aufklärung aufrufen, die das Geistige als alle Menschen verbindendes Prinzip betrachtet, und weil es diese Ideen sind, die auch heute noch die Anthroposophie in weitesten Teilen als kulturelle Strömung maßgeblich prägen. Unumgänglich ist die Erkenntnis aber, weil diese Stellen nicht zu übersehen sind und weil ihr rassistischer Gehalt teilweise in extremem Gegensatz zu jenem freiheitlichen Gedankengut stehen, so dass selbst gute Kenner des Werkes Schwierigkeiten haben, sie zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Anthroposoph, der Steiners Werk nicht als unanfechtbare Offenbarung mumifizieren sonder als Inspiration für eine zeitgemäße spirituelle Kultur fruchtbar machen will, muss auf diese Stellen deuten können und sie als Irrtum und Entgleisungen identifizieren. Nicht um Steiner pauschal zu verurteilen, sondern weil der Respekt vor ihm es erfordert, diese Entgleisungen sachlich einzuordnen, statt zu versuchen, sie zu leugnen, sie schönzureden oder sie mit den waghalsigsten Spitzfindigkeiten zu relativieren oder gar zu humanistischem Gedankengut zu erklären. Denn nur so kann vermieden werden, dass sich von diesen Stellen ein giftiger Vorbehalt auf das gesamte Werk Steiners ausbreitet, der jeden noch so unschuldigen Gedanken unter Verdacht geraten lässt, einer rassistischen Ideologie vorgeschaltet zu sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist es aber unumgänglich, den systematischen Zusammenhang der rassistischen Passagen mit den anthroposophischen Kernideen zu erörtern. Denn auch wenn diese Passagen zu den Randbereichen des Werkes Rudolf Steiners zählen, so haben sie dennoch eine stringente Anbindung an seinen Kern. Und weil sie auch heute noch immer unkritisch und unreflektiert als Teil der Anthroposophie hingenommen und teilweise sogar gelehrt werden, zieht die anthroposophische Bewegung ein ganzes Spektrum an zweifelhaften Gestalten und Positionen mit sich, deren Gedankengut von naivem kulturchauvinistischem Eurozentrismus bis zu offensiv rassisstischen und antisemitischen Verschwörungstheorien reicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.rudolf-steiner.de/s9y/index.php?/archives/41-Rassismus-in-Steiners-Werk.html#extended&quot;&gt;Continue reading &quot;Rassismus in Steiners Werk&quot;&lt;/a&gt;
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 07 Jul 2008 12:01:11 +0200</pubDate>
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<item>
    <title>Geist ist geil!</title>
    <link>http://www.rudolf-steiner.de/s9y/index.php?/archives/30-Geist-ist-geil!.html</link>
            <category>Anthroposophie</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    Nachdem bei der öffentlichen Wahl zum besten anthroposophischen Claim in der aktuellen &lt;a href=&quot;http://www.info3.de&quot;  title=&quot;Info3&quot;&gt;Info3&lt;/a&gt; mein Lieblingsvorschlag &quot;Geist ist geil&quot; nicht im Rennen ist, nehme ich ihn nun einfach mal als Claim für die Rudolf Steiner Sphäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann ja durchaus mit viel Gewinn das Werk Steiners historisch-kritisch zerlegen und aufarbeiten, wie das z.B. gerade durch das neu erschienene Werk von Helmut Zander geschehen ist. Und dass Steiner in einem historischen, philosophischen und sozialen Kontext stand, der sich auch in seinem Werk wiederfindet, ist zunächst trivial. Ebenso wie es trivial ist, dass sich darin Unsinn, Halbwahrheiten und absurde Kolportationen finden. Ich überlasse es Historikern, hier zwischen geistesgeschichtlichem Kontext und rein geistig Geschautem auszusortieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus erkenntnistheoretischer Sicht ist aber bereits diese Unterscheidung fragwürdig. Wer glaubt, dass Geistesforschung gleichsam außerhalb der Geistesgeschichte möglich sei, projiziert nur seine eigene dualistische Jenseitsvorstellung auf den davon völlig verschiedenen Geistbegriff von Rudolf Steiner. Und damit meine ich, damit wir uns da richtig verstehen, nicht primär Helmut Zander! Wer nach Resultaten des Geistesforschers sucht, die eine absolute Wahrheit keimfrei aus den Höhen einer jenseitigen Überwelt herunterholen, der hat den Fehler schon in die Frage eingebaut. Solche Begriffe gehören in die Welt spiritistischer Jahrmarktsattraktionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiners Geistbegriff sucht das Wesen nicht hinter, sondern in den Phänomenen selbst. Geist ist nicht Jenseits, er ist hier und jetzt und die Welt der Erscheinungen wird nicht vom Geist irgendwie bestimmt; sie &lt;em&gt;ist&lt;/em&gt; der erscheinende Geist. Somit hängt der Geistesforscher nicht abstrakten Ideen oder magischen Eingebungen nach, sondern er sucht nach einer Geist-Erfahrung in der Anschauung der Phänomene. Dies allerdings setzt ein Forschungsintstrument voraus, das die nötigen Sensoren für diese Art emprischer Daten hat. Dieses Instrument ist der Mensch selbst, der nicht als Spekulierender und Beobachtender den Gegenständen gegenüber steht, sondern an dem und in dem sich das Geistige der Phänomene offenbart. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geistesschau ist die Beobachtung der Modifikationen der eigenen kognitiven, emotionalen und operativen Innerlichkeit, die von der sinnlichen Erscheinung und ihrer Verarbeitung ausgelöst wird. Diese Form der Beobachtung unterscheidet sich radikal von unserer üblichen Bewusstseinsverfassung, die auf Gegenstände und kognitive Inhalte gerichtet ist und nicht auf die Beobachtung der eigenen sensorischen und kognitiven Tätigkeit. Diese letztere Beobachtung ist ein Ausnahmezustand, den der Geistesforscher erst kultiviert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er begibt sich damit aber nicht außerhalb jener Tatsachen, die auch dem historisch, rein analytisch vorgehenden Wissenschaftler vorliegen. Er betrachtet sie nur in anderer Hinsicht: nicht die abstrakten oder sinnlichen Inhalte legt er sich vor, sondern das, was diese Inhalte in ihrem aktualen Auftreten ontologisch konstituiert: den Geist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So verstanden ist Geist weder die leere Abstraktion noch ein absurd-jenseitiges Gespenstertheater, sondern er ist die erfahrbare Konstituente der sinnlichen wie der seelischen Welt und klärt uns über die Seinsbedingungen dessen auf, was wir in der gewöhnlichen Wissenschaft strukturell und funktional erforschen können. Geistesforschung ist spirituelle Aufklärung. So wie die rationale Aufklärung zeigt, dass sich hinter den Dingen keine okkulten Götter und Magie verbirgt, sondern rational nachvollziehbare Gesetze, so klärt uns die spirituelle Aufklärung darüber auf, dass hinter der okkulten Gegenständlichkeit der Sinnlichkeit, geistige Tätigkeit steht, die ihren Ursprung nicht in den Weiten des Alls oder einer mystisch-magischen Überwelt hat, sondern im erkennenden Ich selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All die Aufschriebe und Mitteilungen sogenannter geistiger Tatsachen von Steiner sind als solche im Grunde für uns völlig irrelevant, solange sie nicht Anregung und Beispiel für die eigene spirituelle Aufklärung sind. Als Lehre, als Fakten im Sinne einer historisch-kritischen Wissenschaft sind sie völlig unbrauchbar, wenn sie sich nicht mit einem aktual erkennenden, in geistiger Forschung die Phänomene im Labor des eigenen Ichs untersuchenden Menschen verbinden. Und so ist es auch für das eigentliche Anliegen Steiners - die Realität dieses so verstandenen Geistes als erfahrbare Wirklichkeit - nicht entscheidend, inwieweit dasjenige, mit dem er diese Wirklichkeit und die Wege zu ihr dokumentiert, rein historisch-kritisch betrachtet originär eigene Hervorbringungen sind oder aufgegriffenes Material aus der Geistesgeschichte. Die Originalität seines Umgangs damit zeigt sich weniger in der Begriffstopik als in der Wirkungsgeschichte seines Werkes, und zwar bis ins Alltagsleben hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erfahrung des Geistes selbst ist aber nur unmittelbar und je aktuell möglich, er kann nicht als unwandelbares Faktum von Generation zu Generation gereicht werden. Für diese Form der Erkenntnis, die gleichwohl jeden Respekt verdient,  haben wir die kritischen Wissenschaften. Diese können für die Geistesforschung sowohl Anlass und Prüfstein sein, aber auch sich von ihr inspirieren lassen. Sie beruhen aber auf unterschiedlichen Bedingungen. Es ist der Mensch und sein Drang nach Aufklärung, der auch nach der rationalen und humanistischen Aufklärung keineswegs Halt macht, sondern auch hinter diese Wissenschaft steigen und sie mit den eigenen Seinsbedingungen verbinden will, statt sie zur abstrakten, schwarz auf weiß nach Hause getragenen Briefmarkensammlung verkommen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Geistbegriff bei Steiner zu entdecken, sich von ihm aufklären und dazu inspirieren zu lassen, tiefer in die Wirklichkeit einzudringen, als es das bloße den Phänomenen Gegenüberstehen möglich macht, ist von so erregender und erotisierender Offenbarung und Lebensnähe, dass die sinnliche Lust gleichsam nur ein schwaches Abbild der daraus resultierenden Befriedigungen ist. Da sieht man auch leichten Fußes über die vielen Absonderlichkeiten nicht nur im Werk Steiners sondern auch in dem seiner Schüler und Epigonen hinweg. Denn was wirklich geil ist, ist Geist!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 04 Nov 2007 20:12:00 +0100</pubDate>
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    <title>Nachlassverwaltung nimmt Stellung</title>
    <link>http://www.rudolf-steiner.de/s9y/index.php?/archives/29-Nachlassverwaltung-nimmt-Stellung.html</link>
            <category>Aktuelles</category>
            <category>Kritik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    Die &lt;a href=&quot;http://www.rudolf-steiner.com&quot;  title=&quot;Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&quot;&gt;Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&lt;/a&gt; hat gestern (30.10.2007) eine Presserklärung veröffentlicht, in welcher der Vorstand erklärt, &lt;cite&gt;dass sie sich von einer Verwendung von Äusserungen Rudolf Steiners, die zum Hass gegen Menschengruppen aufriefe oder sich in feindseliger und diskriminierender Art gegen Menschengruppen aufgrund von Rasse, Volk, Geschlecht, Religion etc. richtete, in aller Deutlichkeit distanzieren&lt;/cite&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Desweitern wird darauf hingewiesen, dass sie als Herausgeberin von Steiners Werk &lt;cite&gt;&quot;Textstellen in Bänden der Gesamtausgabe, die Äusserungen enthalten, welche möglicherweise aus heutiger Sicht als rassendiskriminierend angesehen werden können, bei Neuauflagen oder Neuerscheinungen mit Sonderhinweisen kommentiert&quot;&lt;/cite&gt;. Diese Praxis wird bereits seit 2005 betrieben und entspricht auch den Auflagen der Bundesprüfstelle für Jugend Gefährdende Schriften (s. &lt;a href=&quot;http://www.rudolf-steiner.de/s9y/index.php?/archives/19-Rudolf-Steiner-nicht-auf-dem-Index.html&quot;  title=&quot;undefined&quot;&gt;Rudolf Steiner nicht auf dem Index&lt;/a&gt;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Pressemitteilung bezieht sich die Nachlassverwaltung auf die Analyse der niederländischen Untersuchungskommission &quot;Anthroposophie und die Rassenfrage&quot; aus dem Jahre 1998 bzw. 2000 (s. &lt;a href=&quot;http://www.info3.de/ycms/kontext_1298.shtml&quot;  title=&quot;Ted. A. van Baarda: Anthroposophie und die Frage der Rassen&quot;&gt;Ted. A. van Baarda: Anthroposophie und die Frage der Rassen&lt;/a&gt;), in der Rudolf Steiners Werk einer umfassenden wissenschaftlichen Analyse hinsichtlich rassistischer und diskriminierender Inhalte unterzogen wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden finden Sie den vollständigen Text der Pressemitteilung.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.rudolf-steiner.de/s9y/index.php?/archives/29-Nachlassverwaltung-nimmt-Stellung.html#extended&quot;&gt;Continue reading &quot;Nachlassverwaltung nimmt Stellung&quot;&lt;/a&gt;
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 31 Oct 2007 10:59:00 +0100</pubDate>
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    <title>Anzeige gegen Rudolf Steiner Verlag</title>
    <link>http://www.rudolf-steiner.de/s9y/index.php?/archives/26-Anzeige-gegen-Rudolf-Steiner-Verlag.html</link>
            <category>Aktuelles</category>
            <category>Kritik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    Samuel Althof, Gründer der &quot;&lt;a href=&quot;http://www.akdh.ch&quot;  title=&quot;Aktion Kinder des Holocaust&quot;&gt;Aktion Kinder des Holocaust&lt;/a&gt;&quot; aus Basel, hat den &lt;a href=&quot;http://www.rudolf-steiner.com&quot;  title=&quot;Rudolf Steiner Verlag&quot;&gt;Rudolf Steiner Verlag&lt;/a&gt; in Dornach (Schweiz) angezeigt. Er wirft dem Verlag vor, antisemitische Aussagen Rudolf Steiners aus dem Jahre 1888 weiterhin unkommentiert zu veröffentlichen. Vor Kurzem wurde bereits die Indizierung der betreffenden Bücher von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien abgelehnt, jedoch mit der Auflage verbunden, nur noch kommentierte Ausgaben zu drucken, wozu sich der Verlag auch bereit erklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Informationen: &lt;a href=&quot;http://www.akdh.ch/stra29072007.htm&quot;  title=&quot;http://www.akdh.ch/stra29072007.htm&quot;&gt;http://www.akdh.ch/stra29072007.htm&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 15 Oct 2007 11:14:04 +0200</pubDate>
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    <title>Reformpädagogik von unten</title>
    <link>http://www.rudolf-steiner.de/s9y/index.php?/archives/21-Reformpaedagogik-von-unten.html</link>
            <category>Waldorf, Weleda &amp; Co.</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
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    In Freiburg haben sich 10 Schüler, 8 davon Waldorfs, von Ihrer Schule abgemeldet, um das Abitur in eigener Regie zu machen. Sie haben sich Unterrichtsräume gemietet und Lehrer eingestellt, die sie didaktisch beraten. Sie wollen raus aus der passiven Schülerrolle und Lehrer nicht als Vorbeter sondern als Berater bei der selbständigen Erarbeitung der Lerninhalte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;raquo;&amp;#160;&lt;a href=&quot;http://web.mac.com/simi.w/iweb/methodos/Home.html&quot;  title=&quot;http://web.mac.com/simi.w/iweb/methodos/Home.html&quot;&gt;zur Website des Projektes&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder einmal wird die Waldorfpädagogik rechts überholt, diesmal von ihren eigenen Schülern. Diese Schüler zeigen, was Waldorfpädagogik wäre, wenn sie ihren ursprünglichen Impuls auf der Höhe zeitgemäßer pädagogischer und insbesondere didaktischer Erkenntnisse verwirklichen würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schüler beweisen, dass eine projektorientierte Pädagogik und selbstorganisiertes Lernen nicht nur möglich ist, sondern von Schülern auch eingefordert wird. Es genügt etwas Phantasie und Mut zum Experiment, statt sich nur immer noch stromlinienförmiger den Vorgaben unserer staatlich subventionierten und vorgekauten Schulbildung anzupassen, um nur möglichst nicht als private Konzeptschule aufzufallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wunderbare Idee, zu der ich herzlich gratuliere und allen erdenklichen Erfolg wünsche!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Presse:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,510332,00.html&quot;&gt;Spiegel Online&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/artikel/55/127848/print.html&quot;&gt;sueddeutsche.de&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.stern.de/politik/panorama/:Sch%FCler-Selbstversuch-Raus-Rolle/598726.html&quot;&gt;stern.de&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.aerztezeitung.de/docs/2007/09/12/157a1603.asp?cat=/magazin/auch_das_noch&quot;&gt;Ärztezeitung&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 02 Oct 2007 20:44:38 +0200</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>Philosophie der Freiheit und Anthroposophie</title>
    <link>http://www.rudolf-steiner.de/s9y/index.php?/archives/14-Philosophie-der-Freiheit-und-Anthroposophie.html</link>
            <category>Anthroposophie</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
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    Die Philosophie der Freiheit wird gemeinhin als Steiners Hauptwerk angesehen. Sie ist eine philosophisch-erkenntnistheoretische Grundlegung seiner Anthroposophie, an der er zeitlebens festgehalten hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein kurzer Auszug aus meinem neuen Buch &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Am-Anfang-war-die-Unterscheidung/dp/3924391378/ref=sr_1_2/302-1955149-7464856?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1191337070&amp;sr=8-2&quot;&gt;&quot;Am Anfang war die Unterscheidung&quot;&lt;/a&gt; soll einige der Kernideen der Philosophie der Freiheit aufzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.rudolf-steiner.de/s9y/index.php?/archives/14-Philosophie-der-Freiheit-und-Anthroposophie.html#extended&quot;&gt;Continue reading &quot;Philosophie der Freiheit und Anthroposophie&quot;&lt;/a&gt;
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 18 Aug 2007 15:24:00 +0200</pubDate>
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    <title>Rudolf Steiner und Rassismus</title>
    <link>http://www.rudolf-steiner.de/s9y/index.php?/archives/12-Rudolf-Steiner-und-Rassismus.html</link>
            <category>Kritik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Christian Grauer)</author>
    <content:encoded>
    Der Vorwurf, Rudolf Steiner sei Rassist und Antisemit, ist so alt wie die Anthroposophie, wird aber in regelmäßigen Abständen aufgewärmt und insbesondere im Internet immer wieder leidenschaftlich diskutiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kern geht es immer wieder um die selben Zitate, die in einer wissenschaftlichen Stude im Auftrag der Anthroposophischen Gesellschaft der Niederlande bereits erforscht und zusammengestellt wurden (vgl. &lt;a href=&quot;http://www.antroposofie.nl/avin/antroposofie/themas/ms/thema10/&quot;&gt;http://www.antroposofie.nl/avin/antroposofie/themas/ms/thema10/&lt;/a&gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die genannten Zitate rassistische Aussagen enthalten, ist mithin weitgehend unumstritten. Fraglich ist allerdings, ob daraus ein genereller Rassismusvorwurf abgeleitet werden kann. Dazu müssen nicht nur einzelne Zitate, sondern die Kernthesen der Steinerschen Weltanschauung beurteilt werden. Nicht zuletzt stehen den betreffeden Zitaten eine weit größere Zahl an Aussagen und Zitaten gegenüber, in denen sich Steiner deutlich antirassistisch, internationalistisch und liberal äußert und sich auch deutlich gegen den Antisemitismus positioniert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Text will sich als Diskussionsbeitrag verstehen, der auf solche &quot;Positiv-Zitate&quot; aufmerksam macht. Nicht als &quot;Gegenbeweis&quot;, sondern um die Diskussion auf ein höheres Niveau als das gebetsmühlenartige und unreflektierte Kolportieren von Textfetzen zu heben.  &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.rudolf-steiner.de/s9y/index.php?/archives/12-Rudolf-Steiner-und-Rassismus.html#extended&quot;&gt;Continue reading &quot;Rudolf Steiner und Rassismus&quot;&lt;/a&gt;
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    <pubDate>Fri, 17 Aug 2007 12:34:08 +0200</pubDate>
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